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Jüdische Literatur / Widerstand



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Titel vergriffen!

de Groot, Karl-Heinz

Opa warum weinst du?
Ein deutsch-jüdisches Leben zwischen St. Pauli und KZ Amersfoort


363 Seiten,
Paperback, 
keine Abbildung, 
14,5 x 21 cm

ISBN 3-938208-36-8

13,80 €

 

© 2006 Helios Verlag

Inhalt

Im vorliegenden Buch schildert Karl-Heinz de Groot seine Kindheit und Jugend während der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und den Niederlanden. Mit schnörkelloser und geradliniger Sprache zeigt er auf, wie ein Mensch jüdischer Abstammung in dieser Zeit als Spielball menschenverachtender Politik verunsichert und verängstigt, verfolgt und entwurzelt wurde.
1922 geboren, wächst der Autor als Sohn einer alleinerziehenden, jüdischen Mutter in Hamburg-St.Pauli in jüdischer Erziehung auf. Zeitlebens ist das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn zwiespältig und von einer Art Hassliebe geprägt. Sein Vater spielt in seinem Leben keine Rolle, wurde ihm von der Mutter vorenthalten. Da die Eltern nicht verheiratet waren, erhielt er die Nationalität seiner Mutter, die durch ihren Vater gebürtige Niederländerin war. Dies ermöglichte dem Autor, nach den Novemberpogromen 1938 Deutschland, und damit seine Heimat, in Richtung Niederlande zu verlassen. Zu dieser Zeit nehmen Diskriminierungen und Verfolgungen der jüdischen Bevölkerung drastisch zu, so dass auch de Groot sein erlerntes Bäckerhandwerk in Deutschland nicht mehr ausüben darf.
Aber auch in den Niederlanden findet der Autor nicht die ersehnte Sicherheit und Ruhe, da mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht auch in den Niederlanden das Leben der jüdischen Bevölkerung massiv bedroht ist.
De Groot wird wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgt. Er wird in ein Arbeitslager in den Niederladen und in das Deportationslager Westerbork eingewiesen. Von dort wurde er auf Grund der von seiner Mutter im letzten Moment besorgten Unterlagen über die Identität des Vaters als Mischling ersten Grades entlassen. Danach kam er in das KZ Amersfoort in den Niederlanden, von dort wurde de Groot in das Straflager Hohenlimburg/Westfalen interniert. Drei Monate vor Kriegsende konnte er mit Unterstützung eines Lagerführers flüchten.
Nach Kriegsende kehrt er nach Hamburg zurück. Aus seinem geliebten Hamburg aber wird er aber gegen seinen Willen von den Engländern als ehemaliger Fremdarbeiter ausgewiesen und zurück in die Niederlande geschickt. Der Versuch, hier als Bäcker, Sänger oder Entertainer seinen Lebensunterhalt zu finden, scheitert nicht zuletzt auch an den miserablen Lebens-verhältnissen der Nachkriegszeit. Nach einigen Monaten bei der niederländischen Marine und einem kurzen Aufenthalt in Paris, der ihm auch keinen Erfolg beschert, folgt eine Odyssee durch Frankreich, das er zu Fuß und per Anhalter nach Süden durchquert. Seine Versuche, in Frankreich Fuß zu fassen, scheitern, weil ihm die französischen Behörden eine Arbeitsgenehmigung verweigerten. Schließlich führt ihn die Straße nach Marseille, wo er – und hier schließt das Buch – in die Fremdenlegion eintritt.
Karl-Heinz de Groot, der sich bei der Internierung ein schweres Rückenleiden zuzog und heute noch von Angstträumen geplagt wird, klagt in seinen biographischen Aufzeichnungen mit keiner Zeile pauschal an. Seine Erinnerungen sind keine Abrechnung, sondern sie sind geprägt von schärfster Verurteilung antisemitischen und überhaupt unmenschlichen Denkens und Handelns sowie der Dankbarkeit für erfahrene Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit. Im Mittelpunkt seines Interesses steht die Menschlichkeit, die Vielschichtigkeit menschlichen Verhaltens und Handelns.

Rezensionen

Aachener Zeitung, Wednesday 11. October 2006
Hamburger Abendblatt, Saturday 7. October 2006

Leseproben

Inhaltsverzeichnis

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Informationen zur Zeitgeschichte


Presseschau

15minütige Radiosendung (WDR) "Zeitzeichen": „16. Mai 1893: Das Leben des Josef Weiss“

      

Rezensionen bzw. Buchvorstellung zu "Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen"
Fachkreise im In- und Ausland erwarten zurzeit mit großem Interesse die 700 Seiten starke Dokumentation „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“, die Mitte Oktober im Helios Verlag Aachen erscheinen wird. In Ergänzung der Forschungsarbeiten von Prof. Eberhard Kolb und Alexandra-Eileen Wenck stellt der Euskirchener Historiker Hans-Dieter Arntz erstmals die Erinnerungen, Aussagen und Dokumente eines allseits respektierten "Judenältesten" im Vordergrund. Eine derartige Sichtweise stand bisher noch    aus ..."
buecher.hagalil.com, 27.09.2012

 

Eine Buchbesprechung in der Zeitschrift »TRIBÜNE. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums« zu unserer Publikation »Reichskristallnacht« von Hans-Dieter Arntz.
zur Rezension



Der Kreis der Freunde der HABIMAH ('Die Bühne') wurde 1987 von Schauspielern, Schriftstellern und Journalisten in Nachfolge des 1933 aufgelösten Vereins wieder gegründet. Er will die kulturellen und persönlichen Bindungen zwischen Berlin und Israel weiter vertiefen.
zur Internetseite

Ex-KZ-Wächter bezeichnet Auslieferung als Folter
In letzter Minute will der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk verhindern, dass er am Montag für seinen Prozess nach München ausgeliefert wird.
www.welt.de, 03.04.2009

Als Schneewittchen die SS besuchte
Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeigt in dem neuen Museum of Holocaust Art im allerhintersten Winkel eine etwas kärglich beschriftete Ausstellung: drei Fresken des polnisch-jüdischen Autors und Malers Bruno Schulz (1892 bis 1942).
www.faz.net, 26.03.2009

Streit um Antisemitismus geht weiter
in Duisburger Kommunalpolitiker der Linkspartei fordert den Boykott israelischer Produkte. Sein Amt als Fraktionschef will er behalten.
Tagesspiegel, 24.03.2009

UJC to pull 110 Jews out of YemenFearing a spate of killings following threats to the Yemenite Jewish community, the umbrella body of North American Jewish federations will evacuate almost half of Yemen's Jewish community to the US over the next two weeks, The Jerusalem Post has learned.
www.jpost.com, 18.03.2009

Likud schließt Koalition mit Partei Liebermans
Fünf Wochen nach der Parlamentswahl in Israel haben die beiden rechtsgerichteten Parteien Likud und Israel Beitenu ein Koalitionsabkommen geschlossen.
www.faz.net, 16.03.2009

Radikale Moschee
Gericht segnet Neubau ab

Das Berliner Verwaltungsgericht hat ein folgenschweres Urteil gefällt. Es erlaubt der muslimischen Gruppe »Imam Reza« den Bau einer großen Moschee in der Neuköllner Reuterstraße.
www.bz-berlin.de, 11.03.2009

»Haftbefehl gegen Iwan Demjanjuk
Gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher Iwan Demjanjuk hat das Amtsgericht München Haftbefehl erlassen. Er sei dringend verdächtig, von März bis Ende September 1943 als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im heutigen Polen gearbeitet zu haben.«
www.faz.net, 11.03.2009

»Duisburger Linke-Politiker fordert Boykott israelischer Produkte
Duisburg/Essen (ddp) - Der Duisburger Linke-Oberbürgermeisterkandidat Hermann Dierkes hat vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts zum Boykott von Produkten aus Israel aufgerufen.«
www.ad-hoc-news.de, 26.02.2009

Jüdische Cartoons
Der Unverbesserliche von Daniel Haw
www.pi-news, 13.02.2009

»German Jewish History Award« für Hans-Dieter Arntz
Mit dem Preis werden zum neunten Mal Deutsche geehrt, die aus eigener Initiative und ehrenamtlich herausragende Beiträge zur Dokumentation jüdischer Geschichte und Kultur in Deutschland geleistet haben.
[mehr]

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