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Oktober 1947: in Kapustin Jar wird die Erprobung der in der SBZ unter sowjetischer Regie zudammengebauten V-2 vorbereitet (Quelle: Djadin)
Die R-2 - hier kurz vor dem Start - war eine Weiterentwicklung der R-1 und flog bereits 600 Kilometer. Technologisch orientierte sie sich immer noch stark an der V-2, wies aber schon Einflüsse einer eigenständigen sowjetischen Weiterentwicklung auf (Quelle: Museum VSRF)

Matthias Uhl

Stalins V-2


Der Technologietransfer der deutschen Fernlenkwaffentechnik in die UdSSR und der Aufbau der sowjetischen Raketenindustrie 1945 bis 1959
Die Geschichte des Transfers der deutschen Fernlenkwaffentechnik in die UdSSR und des Aufbaus der sowjetischen Raketenindustrie gehört zu den spannendsten und faszinierendsten Kapiteln des Kalten Krieges. An der Schnittstelle von Politik, Militär, Wissenschaft und Technologie angesiedelt, bekam das Thema seine besondere Bedeutung durch den Ost-West-Konflikt nach 1945.

Der Historiker Matthias Uhl untersuchte die Überführung der deutschen Raketentechnologie in das militärische Arsenal der UdSSR. Er rekonstruierte hierfür die technologischen, großtechnisch-industriellen, staatsorganisatorischen, militärischen und außenpolitischen Aspekte der Geschichte der sowjetischen Raketenentwicklung von 1945 bis 1959. Dadurch erschließen sich die Rationalitäten und Resultate des rüstungsindustriell-militärischen Handelns der UdSSR in diesem Bereich.

Gleichzeitig erhält der Leser durch bisher unbekanntes Archivmaterial eine Fülle neuer Informationen über die Technikpolitik im Stalinismus, die Arbeit sowjetischer Raketenexperten in der SBZ, die Tätigkeit deutscher Spezialisten in der UdSSR und den Aufbau der sowjetischen Raketenstreitkräfte. Die Einbeziehung bisher nicht zugänglicher sowjetischer Akten ermöglichte zudem einen Blick auf die Konflikte zwischen verschiedenen Interessengruppen in der Rüstungsindustrie der UdSSR und Stalins Haltung zur neuen Waffengattung. Ein Kapitel über die Stationierung sowjetischer Atomraketen in der DDR 1959 durch den sowjetischen Partei- und Staatschef Chruščev schließt das Buch ab. Umfang: 304 Seiten

 

Zur Person: Geboren am 5. Februar 1970 in Nordhausen. 1990-1995 Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und der Osteuropäischen Geschichte in Halle und Moskau. 2000 Promotion zum Thema: „Stalins V-2. Der Technologietransfer der deutschen Fernlenkwaffentechnik in die Sowjetunion und der Aufbau der sowjetischen Raketenindustrie 1945 bis 1959“.

1996-2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. 2001-2005 wissenschaftlicher Projektmitarbeiter der Berliner Abteilung des Instituts für Zeitgeschichte. Forschungsschwerpunkte: sowjetische Militär- und Sicherheitspolitik in der zweiten Berlinkrise, Rüstungs-, Technologie- und Reparationspolitik der UdSSR nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, die DDR im östlichen Militärbündnis, sowjetische Geheim- und Nachrichtendienste im Kalten Krieg. Seit Juli 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI Moskau.

 

Bildunterschrift zur vorigen Seite:

Tvereckij, Aleksandr Fedorovič (1904-1992)

Während des 2. Weltkrieges Kommandeur einer Raketenwerfereinheit. Danach Leiter einer Einheit zur Suche von Überresten des deutschen Raketenbauprogramms in der SBZ.

Ab Mai 1946 Chef der in Berka bei Sondershausen aufgestellten Sonderbrigade der Reserve des Oberkommandos. Sie führte den Abschuß der ersten sowjetischen Raketen in Kapustin Jar aus und war die Keimzelle der späteren strategischen Raketentruppen.

(Quelle: Museum VSRF)

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